2013 wurde durch den Verein eine Nistmöglichkeit oberhalb des Turmes angebracht. Noch im gleichen Jahr nahm ein Turmfalkenpaar den Nistkasten in Besitz, aber ohne zu brüten. Erst im folgenden Jahr wurden die ersten Jungen aufgezogen. Auch im Jahr 2015 kam es zur Aufzucht von fünf Jungfalken.

Der Turmfalke (Falco tinnunculus) ist der häufigste Falke in Mitteleuropa. Der Turmfalke ist rund 35 Zentimeter groß und gehört damit in Deutschland zu den kleinen Greifvögeln. Seine Spannweite beträgt 75 Zentimeter. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen männlichen und weiblichen Turmfalken ist die Kopffärbung. Bei Männchen ist der Kopf grau, während Weibchen einheitlich rotbraun gefärbt sind. Der Turmfalken kann sowohl Stand-, Strich- als auch ausgeprägte Zugvögel sein. Ihr Zugverhalten ist im Wesentlichen von dem Nahrungsangebot abhängig, das ihnen in ihren jeweiligen Brutarealen zur Verfügung steht. Die Brutvögel Deutschlands, der Niederlande und Belgiens sind überwiegend Stand- und Strichvögel. Der Turmfalke fliegt relativ niedrig und halten sich meist in einer Flughöhe von 45 bis 100 Metern auf. Sie setzen ihren Zug auch bei schlechtem Wetter fort und sind anders als viele andere Greifvögel nicht auf gute Thermik angewiesen.

Der Turmfalke ist eine sehr anpassungsfähige Art, die in einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume zu finden ist. Generell meiden Turmfalken sowohl dichte, geschlossene Waldbestände als auch völlig baumlose Gegenden. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Aber für die Jagd benötigt er freie Flächen mit niedrigem Bewuchs.

Turmfalken ernähren sich vorwiegend von Kleinsäugern wie Wühlmäusen und Mäusen. In Städten lebende Turmfalken nehmen daneben auch kleine Singvögel, meist Haussperlinge. Ausgeflogene Jungvögel ernähren sich zuerst von Insekten und Würmern und wechseln erst mit zunehmender Jagderfahrung zu Kleinsäugern. Ein frei fliegender Turmfalke benötigt täglich etwa 25 % seines Körpergewichts als Nahrungsmenge. Der Turmfalke ist ein so genannter Griffhalter, der seine Beute mit den Fängen packt und durch einen Biss in den Nacken tötet. Die Jagd erfolgt teilweise als so genannte Ansitzjagd, aber Typisch für den Turmfalken ist aber der Rüttelflug. Dies ist eine hochspezialisierte Form des Ruderfluges, bei der der Falke eine Zeit lang über einem bestimmten Ort in der Luft „steht“. Diese Flugform, bei der der Vogel sehr heftig mit den Flügeln schlägt, ist energetisch sehr aufwendig. Die Balzflüge der Turmfalken lassen sich in Mitteleuropa von März bis April beobachten. Das Weibchen legt zwischen Mitte April und Mitte Mai vier bis sechs gefleckte Eier, die zwischen 3,4 und 4,4 Zentimeter lang sind. Die Eier werden ausschließlich vom Weibchen etwa 27 bis 29 Tage ausgebrütet. Turmfalken sind vor allem Felsbrüter, die in entsprechend felsigen Regionen bevorzugt in Spalten und Höhlen brüten. Wie alle Falken bauen auch Turmfalken keine Nester. Aber auch alle Arten von Gebäudenischen oder Mauerlöchern werden zum brüten genutzt.

Nachdem die Jungen geschlüpft sind, werden sie gut vier Wochen lang gefüttert. Am Ende der dritten Lebenswoche haben die Nestlinge das Körpergewicht eines ausgewachsenen Turmfalken erreicht. Nachdem sie das Nest verlassen haben, werden sie noch weitere vier Wochen von den Eltern begleitet und gefüttert. Danach verlassen sie ihren Geburtsort und suchen sich ein eigenes Revier.

Die ältesten frei lebenden Turmfalken, deren Alter man anhand ihrer Beringung nachweisen konnte, erreichten ein Alter von 18 Jahren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Jungvogel sein erstes Lebensjahr überlebt, liegt jedoch nur bei etwa 50 Prozent. Eine hohe Sterberate ist in den Monaten Januar und Februar zu verzeichnen, wenn sowohl ausgewachsene Vögel als auch Jungvögel gelegentlich verhungern, weil die Witterungsbedingungen ihre Jagd zu sehr einschränken. Nach dem Mäusebussard ist der Turmfalke die häufigste mitteleuropäische Greifvogelart. In Deutschland leben knapp 50.000 Turmfalken-Paare (um das Jahr 2000) Der Turmfalke war in Deutschland „Vogel des Jahres 2007“.

Weiterführende Literatur ist im Internet einsehbar.

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Lage des Aussichtsturmes

Koordinaten

Gemarkung Markwerben

Länge: 11.9333/ 11° 55` 60“

Breite: 51.2167/51° 13` 0“